Rede anlässlich des Cuxhavener Appells

 Mg 6319
 
 

Sehr geehrte Minister, Senatoren, Bürgermeister, Arbeitnehmer, Unternehmer, Verbandsvertreter, Vertreter aus Politik und Verwaltung,

als Bürger, auch als Bürgermeister der Stadt Cuxhaven und als Landtagsabgeordneter begrüße ich sie herzlich zu dieser, für die gesamte norddeutsche Küste, ja für ganz Deutschland sehr wichtigen Veranstaltung.

 

Die meisten der hier anwesenden haben in den letzten Wochen und Monaten viele Gespräche mit Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Politik sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geführt. Ein Gespräch mit einer Mutter und Ehefrau eines entlassenen CSC Mitarbeiters hat mich im Frühjahr des Jahres noch einmal verstärkt motiviert, Bemühungen zu unternehmen, den Cuxhavener Appell auf den Weg zu bringen. Ich danke ausdrücklich Staatssekretärin Behrens und Minister Lies, dass sie den aus Cuxhaven kommenden Impuls aufgenommen haben und ihn in der heutigen Veranstaltung münden ließen.

Bei der Vorbereitung war es eine große Freude zu sehen, mit wie viel Engagement, Fachlichkeit und Herzblut alle Beteiligten dazu beigetragen haben, dass heute der Cuxhavener Appell an die Bundesregierung gerichtet wird.
Ich kann Oberbürgermeister Dr. Getsch uneingeschränkt unterstützen, in der Aussage: Die Energiewende muss parteiübergreifend unterstützt werden! Weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht können wir es uns leisten, diese entscheidende Zäsur in der deutschen Energiepolitik nur halbherzig oder mit angezogener Handbremse zu betreiben.

Vor wenigen Monaten haben die gerade gekündigten Mitarbeiter von Cuxhaven Steel Construction in einer sehr bewegenden Ratssitzung der Stadt Cuxhaven über ihren Frust und ihre Enttäuschung berichtet. Viele von ihnen sind von außerhalb nach Cuxhaven gezogen und haben sich mit umfangreichen Qualifizierungsmaßnahmen auf die Offshore-Industrie vorbereitet. Ein ganzer Jahrgang Konstruktionsmechaniker der BBS Cuxhaven ging direkt in die Arbeitsverhältnisse. Alle von ihnen glaubten, einen sicheren Arbeitsplatz mit interessanten Perspektiven erhalten zu haben. Es entwickelte sich in Cuxhaven, aber auch an anderen Standorten so etwas wie eine Goldgräberstimmung. Jeder wollte seinen Beitrag zum Gelingen beitragen und war bereit, auch persönliche Veränderungen in Kauf zu nehmen. Umso größer dann die Enttäuschung, als persönliche Existenzen in Gefahr gerieten. Handwerkliche Fehler bei der Umsetzung der Energiewende sind unübersehbar. Ich bin gespannt, wie es uns gelingen wird, diese massiv enttäuschten Mitarbeiter wieder für einen Job in der Offshore-Industrie zu begeistern. Es müssen die Rahmenbedingungen des EEG jetzt endlich so gestaltet werden, dass die Arbeitsplätze in der Produktion und den Dienstleistungsunternehmen dauerhaft gesichert sind und den Menschen eine nachhaltige Perspektive bieten.

Eine historische Parallele drängt sich auf: Der Fischfang und die Fischverarbeitung haben der Stadt Cuxhaven im letzten Jahrhundert zu einem großen, lang anhaltendem wirtschaftlichen Aufschwung verholfen. Es kam damals zu einem starken Einwohnerzuwachs, neue Wohnviertel wurden errichtet und viele Wirtschaftszweige profitierten von der Fischwirtschaft.


Einen gleichen wirtschaftlichen Aufschwung erhoffen sich Cuxhaven und alle norddeutschen Küstenstädte, die unter dem maritimen Strukturwandel der letzten Jahrzehnte gelitten haben, von der der Nutzung der Offshore-Windenergie.

Dass die deutsche Offshore-Industrie und ihre engagierten Mitarbeiter Windparks in der Nord- und Ostsee errichten können, ist in letzten 2 Jahren eindrucksvoll bewiesen worden.
Lassen Sie uns gemeinsam dafür kämpfen, dass die zurzeit von der Krise der Offshore-Industrie gefährdeten Arbeitsplätze umgehend gesichert, dass neue Produktionsstätten von den Unternehmen errichtet werden und dass die gesamte Wertschöpfungskette der Offshore-Industrie ihre positiven ökonomischen Effekte in unseren Regionen erzielen kann.


Lassen Sie es uns gemeinsam anpacken/wie würde Minister Lies sagen“ Wir an der Küste sind nicht nur das Tor zur Welt, wir sind das Tor zur Energie“.
 

 
    Energie     Niedersachsen
 

 


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